Aufbau einer Kreditkarte

Ausschnitt einer Kreditkarte mit Blick auf den Sicherheitschip

© ra-photos

Eine Kreditkarte ist nur vollständig, wenn sie folgende technische Ausstattung aufweisen kann:

  • Plastikkarte (Ausnahme: Virtuelle Kreditkarten)
  • Kreditkartennummer (meistens in Hochprägung)
  • Name des Karteninhabers
  • Gültigkeitsdatum
  • Logo der Kartengesellschaft
  • UV-Merkmal der Kartengesellschaft
  • Unterschriftsfeld
  • Kartenprüfnummer (CVC2, CVV2 oder CID)
  • EMV-Chip
  • NFC-Chip
  • Magnetstreifen

Infografik zum Aufbau einer Kreditkarte

Wie ist eine Kreditkarte aufgebaut?

Plastikkarte

Form und Beschaffenheit der physischen Kreditkarte sind in der Normenreihe ISO/IEC 7810 festgelegt. Das Material besteht aus Kunststoff (PVC). Die Karten werden im Format 85,60×53,98mm gefertigt. Das Seitenverhältnis entspricht 1,586:1. ISO/IEC 7813 legt fest, dass Kreditkarten eine Dicke von 0,76 mm und abgerundete Ecken mit einem Radius von 3,18 mm vorweisen müssen. Seit einigen Jahren gibt es auch so genannte virtuelle Kreditkarten, bei denen der Kunde keine Plastikkarte mehr erhält, sondern nur Kreditkartennummer, Gültigkeitsdatum und CVC. Mit diesen virtuellen Kreditkarten kann allerdings nur online gezahlt werden.

Kreditkartennummer

Die Kreditkartennummer enthält je nach Kartengesellschaft 12-16 Stellen und dient in mehrfacher Hinsicht als Identifikationsnummer. Die ersten bis zu vier Stellen identifizieren Kartengesellschaft und Bank, die weiteren Stellen ordnen die Karte einem bestimmten Kartenkonto zu und können zusätzlich weitere Informationen zur Karte enthalten (z. B. ob es sich um eine Partnerkarte handelt). Die Kreditkartennummer ist regelmäßig in Hochprägung vorhanden, obwohl die Maschinenlesbarkeit in vielen Ländern keine Rolle mehr spielt. Bei Prepaid- und Debitkarten wird auf die Hochprägung häufig verzichtet. Die ersten vier Stellen sind bei den meisten Karten mit Hochprägung zusätzlich aufgedruckt.

Hochprägung

Mit Ausnahme von einigen Prepaid- und Debitkarten verfügen alle Kreditkarten über eine Hochprägung: Die Kreditkartennummer ist erhaben geprägt und damit maschinenlesbar. Die Hochprägung ermöglicht den Einsatz an so genannten Imprintern, die umgangssprachlich auch als „Ritsch-Ratsch“-Kassen bezeichnet werden.

In Deutschland sind Imprinter nicht mehr vertreten. Die Geräte ermöglichen keine Sicherheitsüberprüfung der der Karte im Vorfeld der Transaktion. Die Kreditkarte wird auch nicht umgehend belastet: Der Verkäufer erhält durch den Imprinter lediglich einen Beleg, den er bei der Kartengesellschaft einreicht. Diese bucht dann das Geld vom Kreditkartenkonto ab. Zwischen dem Tag der Transaktion und der Belastung des Kontos können einige Tage liegen.

Für Transaktionen innerhalb Deutschland und auch Europas sind Hochprägungen deshalb irrelevant. Da es außerhalb Europas noch Terminals dieser Bauart geben kann und Kreditkarten ein weltweites Reisezahlungsmittel sind ist der Verzicht auf hochgeprägte Karten weiterhin nicht möglich. Für Prepaid- und viele Debitkarten gilt das nicht, weil diese Karten ohnehin nur an Terminals einsetzbar sind, die eine Echtzeit-Sicherheitsüberprüfung möglich machen.

Gültigkeitsdatum

Das Gültigkeitsdatum ist in der Form MM/JJ auf der Vorderseite der Karte entweder aufgedruckt oder in Hochprägung angebracht. Nach dem Ende der Gültigkeit kann die Karte nicht mehr eingesetzt werden. Banken ersetzen auslaufenden Karten in der Regel rechtzeitig vor Fälligkeit. Auf Kreditkarten von American Express ist zusätzlich das Jahr vermerkt, in dem der Karteninhaber die erste Karte des Hauses erhalten hat.

Logo der Kartengesellschaft

Egal ob VISA, MasterCard, Amex oder Diners Club: Alle Kartengesellschaften versehen ihre Karten mit dem Unternehmenslogo. Dieses teilt sich den Platz ggf. mit dem Logo/Schriftzug der Bank und dem Co-Branding-Partner.

UV-Merkmal der Kartengesellschaft

UV-Merkmale dienen der Sicherheit: Unter eine UV-Lichtquelle gehalten zeigen Kreditkarten ein fälschungssicheres Hologramm. Es kann zum Beispiel in den Initialen des Unternehmens, dem Logo etc. bestehen.

Unterschriftsfeld

Kreditkarten sind erst gültig, wenn der Karteninhaber sie mit ihrer Unterschrift rechtlich aktiviert (technisch ist der Einsatz selbstredend bereits vorher möglich). Das Unterschriftsfeld ist auf der Rückseite der Karte untergebracht und lässt sich mit jedem handelsüblichen Kugelschreiber beschreiben.

Kartenprüfnummer

Die Kartenprüfnummer dient der Sicherheit bei Transaktionen via Telefon und Internet. Sie ist zur Autorisierung von Bezahlungen notwendig und nicht in Hochprägung vermerkt. Bei VISA und MasterCard ist die Kartenprüfnummer dreistellig und auf der Rückseite vorzufinden, bei American Express vierstellig und auf der Vorderseite.

EMV-Chip

Der EMV-Chip ist das modernste und wichtigste Sicherheitsmerkmal von Kreditkarten. Er hat – zumindest in vielen Ländern der Welt – den Magnetstreifen abgelöst. Wird die Kommunikation zwischen Terminal und Karte über den Chip abgewickelt, sinkt das Betrugsrisiko, weil Daten aus dem Chip nicht durch Dritte ausgelesen oder kopiert werden können. EMV-Chips sind bei neu ausgegebenen Kreditkarten in Deutschland seit Jahren Standard und ermöglichen auch kontaktloses Zahlen über das sichere EMV-Transaktionsprotokoll. Die Chips sind auf der Vorderseite in die Karten integriert.

Magnetstreifen

Früher wurden Zahlungen ausschließlich über Magnetstreifen auf der Kartenrückseite abgewickelt. Die Streifen existieren immer noch, dienen aber vor allem der Einsatzfähigkeit der Karten im Ausland.

Alle Kreditkarten sind mit einem Magnetstreifen ausgestattet. Der Streifen ist auf der Rückseite der Karte integriert und erreicht in etwa die Dicke eines halben kleinen Fingers bis hin zu einem ganzen Daumen. Magnetstreifen sind mit einem magnetischen Metalloxid überzogen und speichert Informationen auf der Karte, die für die Durchführung von Transaktionen notwendig sind.

Die Eigenschaften des Magnetstreifens sind in der ISO/IEC-Norm 7811 festgelegt. Demnach enthält der Streifen auf drei Spuren eine Speicherkapazität von 1024 Bit. Zwei der Spuren können ausschließlich ausgelesen werden, eine weitere Spur kann ausgelesen und beschrieben werden. Magnetstreifen wurden über viele Jahre nicht nur in Kredit-, sondern auch Girocards implementiert. Der wesentliche Vorteil gegenüber den moderneren Chips ist die kostengünstige Herstellung.

Der Einsatz von Magnetstreifen im Zahlungsverkehr birgt Risiken. Die auf dem Streifen gespeicherten Daten lassen sich leicht auslesen: Kriminelle nutzten diese Sicherheitslücke aus und fertigten und Manipulationen an Geldautomaten Duplikate von EC- und Kreditkarten an. Diese wurden zusammen mit der ausgespähten PIN im Ausland vornehmlich zu missbräuchlichen Barverfügungen genutzt. In früheren Zeiten war die PIN selbst als Ableitung auf dem Magnetstreifen gespeichert. Diese Praxis wurde bereits vor geraumer Zeit abgeschafft.

Abschaffung des Magnetstreifens im electronic-cash-System

Für Kreditkarten als weltweites Zahlungsmittel sind Magnetstreifen weiterhin unerlässlich: Der in Deutschland und Europa etablierte EMV-Standard ist längst nicht überall in der Welt ausreichend weit verbreitet. Dass die Zeit des Magnetstreifens sich dem Ende nähern könnte wird jedoch bei einem Blick auf die Veränderungen im deutschen electronic-cash-System deutlich.

Im Februar 2013 schaltete die Deutsche Kreditwirtschaft die Nutzung des Magnetstreifens bei Girocards über ihre Terminals im Handel endgültig ab. Bereits im Herbst 2012 war dieser Schritt für Transaktionen an Geldautomaten unternommen worden. ATMs und Zahlungsterminals können bei Transaktionen über das electronic-cash-System (Bezahlen mit Girocard und PIN) seitdem nur noch den EMV-Chip auslesen – eine Kommunikation mit dem Magnetstreifen erfolgt aus Sicherheitsgründen nicht mehr. Kreditkarten sind davon ebenso wie Transaktionen über das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV, bezahlen mit Girocard und Unterschrift) nicht betroffen.

NFC-Chip – zu erkennen am NFC-Symbol

NFC steht für Near Field Communication und ermöglicht kontaktlose Bezahlvorgänge. Zu erkennen sind Kreditkarten, die mit einem NFC-Chip ausgestattet sind, am entsprechenden Symbol auf der Vorderseite.


Hinterlasse eine Antwort


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren!
ICS Visa World Card Gold
ICS Visa World Card GoldKreditkarteninhaber, die gerne auf Reisen sind und sich auch außerhalb europäischer Landesgrenzen aufhalten, profitieren vom Leistungsportfolio der Gold-Edition der ICS Visa Card World Gold: Inklusiv-Auslandskrankenversicherung sowie keine Bargeldabhebungsgebühren im Nicht-Euro-Währungsraum, dafür aber die gängigen Fremdwährungsgebühren, gestaffelt nach EU und außerhalb der EU. [Weiterlesen]

barclaycard new visa
Wir empfehlen Ihnen die Barclaycard New VisaDirekt nachdem Sie die Barclaycard New Visa erhalten haben, können Sie alle Vorteile nutzen und die hohe Flexibilität dabei genießen. Die Karte ist dauerhaft beitragsfrei! Diese Kreditkarte ist eine sehr gute Kreditkarte, denn Sie brauchen kein neues Konto anzulegen und bleiben somit ganz normal bei Ihrer Bank Kunde.

Neu: VideoIdent-Verfahren

Jetzt können Antragsteller die Barclaycard New Visa noch schneller, bequemer und von überall beantragen: mit dem VideoIdent-Verfahren. Antragsteller benötigen nur einen gültigen Reisepass bzw. Personalausweis zur Identifikation Ihrer Person. Das VideoIdent findet vor einem internetfähigen Gerät statt, Smartphone, Tablet oder Laptop bzw. PC, entscheidend ist, dass die Geräte über eine Kamera verfügen, damit im Rahmen des Video-Chats mit dem Mitarbeiter der Barclaycard die Antragstellung realisiert werden kann.
Details zur KarteZum Angebot

Alles auf einen Blick
vorschaubild_kostenlose_kreditkarten_vergleich
vorschaubild_lexikon
vorschaubild_ratgeber